Nachrichten aus der katholischen Polizeiseelsorge

Jederzeit ein offenes Ohr - die Polizeiseelsorge auf dem Hessentag 2019

„Reicht ne Sackkarre für das Kreuz?“

Ein Stand, der bei vielen Hessentagsbesuchern besondere Neugier hervor ruft ist der der Hessischen Polizeiseelsorge. Die Mitarbeiter betreiben diese Anlaufstelle bereits seit 2011. Mit wachsendem Erfolg – nur selten, dass sich rund um den Stand kein Publikum aufhält und viele bleiben eine ganze Weile.

Der katholische Polizeiseelsorger Joachim Michalik ist bei vielen Kolleginnen und Kollegen außerordentlich beliebt; geht ihm doch der Ruf voraus, dass er das richtige Wort für jeden findet. Und tatsächlich – zwischen einem intensiven Gespräch mit der Bekannten eines Polizeibeamten, die sich um Burnout sorgt und unserem Interview schiebt sich ein ergebnisorientierter Kollege ins Bild.
Er hat den Auftrag, das am Stand platzierte Kreuz für den Gottesdienst am Folgetag ins Stadion zu bringen. Gewarnt, dass das christliche Symbol nicht nur über sinnbildliches, sondern auch tatsächliches Gewicht verfügt, hakt er nach: „Reicht ne Sackkarre für das Kreuz?“.
„Absolut“, bestätigt Joachim Michalik ohne mit der Wimper zu zucken.

Auch für uns hat sich der zweifache Vater die Zeit genommen, die Hintergründe seiner Präsenz auf dem Hessentag zu erläutern.

"Für wen möchten Sie auf dem Hessentag Ansprechpartner sein?"

"Primär natürlich auch hier für Polizeibeamte. Der Vorteil beim Hessentag ist ganz eindeutig unsere permanente Präsenz und Barrierefreiheit – man kann sich zu uns 'anschleichen'. Aus einem entspannten Gespräch entwickelt sich manchmal ein intensiver Austausch, ohne dass man sich zuvor einen Termin bei uns holen muss wie das sonst der Fall ist.

Außerordentlich spannend finde ich bei so einer Veranstaltung auch die Besucher, die eigentlich mit der Kirche abgeschlossen haben, diesem Thema jedoch offen und sogar neugierig gegenüberstehen. Mit diesen Menschen haben sich bereits viele denkwürdige Gespräche auf den Hessentagen ergeben. Und auch hier gilt, dass es sich um eine niederschwellige Organisation handelt. Niemand muss eine Kirche betreten oder einen Termin bei einem Pfarrer ausmachen.

Nicht zuletzt nutzen wir auf dem Hessentag die Möglichkeit organisationsübergreifender Kontakte, wie zum Beispiel zu Landesbehörden oder dem DRK, mit denen wir verschiedene Projekte gestalten."

"Wie sind die Reaktionen der Besucher?"

"Wir haben sehr klein angefangen und uns aufgrund der positiven Reaktionen schnell mit einem eigenen Zelt im Außenbereich wiedergefunden.

Ich habe wirklichen den Eindruck, dass sie Menschen uns zutrauen, Dinge ordentlich zu bearbeiten und uns vertrauen. Oft können wir in einer speziellen Situation gar nicht direkt Abhilfe schaffen – aber wir ermöglichen es unseren Gesprächspartnern, die Dinge von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten.

Es ist unser Versuch, auch hier die Gesellschaft und die Polizei mitzugestalten und ich freue mich, hier mit jedem sprechen zu können, der an dieser Gesellschaft mit bauen möchte."

Das Interview führte Angela Mayer,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hessischen Bereitschaftspolizeipräsidiums

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