Nachrichten aus der katholischen Polizeiseelsorge

„Ich vergesse Dich nicht. Sieh her: Ich habe Dich eingezeichnet in meine Hände.“

Polizisten trauern gemeinsam mit den Angehörigen um verstorbene Kollegen

"Gemeinsam hielten wir inne, um den Schatz der Erinnerungen an die Verstorbenen zu bewahren" sagte Melanie Röhl am Ende der Gedenkveranstaltung für die in den letzten zwölf Monaten verstorbenen Polizeikolleginnen und -kollen. Wenn eine Kollegin oder ein Kollege während der aktiven Dienstzeit verstirbt, trifft die Trauer nicht nur die familiären Angehörigen, sondern unweigerlich auch die Kolleginnen und Kollegen.

Trauerarbeit ist auf der einen Seite eine sehr persönliche und familiäre Angelegenheit. Andererseits verbringen alle Polizeibediensteten einen Großteil ihrer Lebenszeit gemeinsam im Dienst und haben sich für einen Beruf entschieden, in dem Vertrauen und Teamarbeit existentiell wichtig sind.

Am Mittwoch, den 21. November 2018, gedachten hessische Polizisten mit über 100 Teilnehmenden allen Verstorbenen aus der polizeilichen Mitte und schöpften gemeinsam mit den Familien und Freunden der Verstorbenen neue Hoffnung.

Ökumenischer Gottesdienst

Am Beginn der Veranstaltung stand in diesem Jahr ein Gottesdienst in der katholischen Kirche der Gemeinde Mariä Heimsuchung in Wiesbaden-Kohlheck unter der Leitung von Pastoralreferent Joachim Michalik, katholische Polizeiseelsorge im Land Hessen. Um dem Gottesdienst einen würdigen und persönlichen Rahmen zu geben, wurden zu Beginn die Namen aller 27 Kolleginnen und Kollegen verlesen, die im letzten Jahr im aktiven Dienst verstorben sind. Zeitgleich wurden für jede und jeden Verstorbenen eine Kerze entzündet, die die trauernden Familien oder Teilnehmenden aus dem Kollegenkreis im Anschluss an den Gottesdienst zum Gedenken mitnehmen durften.

Einfühlsam führte Joachim Michalik durch den Gedenkgottesdienst und der Chor der Wasserschutzpolizei sowie der Organist, Horst Wilhelm, begleiteten diesen musikalisch auf bewegende Weise.

Die Botschaft, die tröstend durch die Liedbeiträge, aber auch die vorgetragenen Worte überbracht wurde, war, dass bei Gott niemand verloren geht. Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand der Satz aus dem Buch Jesaja „Ich vergesse Dich nicht. Sieh her: Ich habe Dich eingezeichnet in meine Hände.“ (Jesaja 49, 14-16a)

Kranzniederlegung

Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst folgten die Anwesenden in einem stillen Marsch dem voraus getragenen Gedenkkranz zum Ehrenmal auf das Gelände der Polizeiakademie Hessen.

Dort hielt der hessische Innenminister Peter Beuth eine bewegende Ansprache. Hierin zitierte er auch Johann Wolfgang von Goethe: „Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren“.

"Die Trauer nach dem Verlust eines geliebten Menschen kann niemandem abgenommen werden. Diese Lücke bleibt. Wir aber möchten den Angehörigen die Gewissheit geben, in dieser schweren Zeit nicht alleine zu sein, das Wissen, dass der Verlust auch im Kollegenkreis deutlich spürbar ist", so Staatsminister Peter Beuth.

Landespolizeivizepräsident Wilfried Schmäing gedachte der Verstorbenen nochmals durch das Verlesen der Namen und unter musikalischer Begleitung des Landespolizeiorchesters Hessen.

Kaffee und Kuchen

Danach nahmen alle Teilnehmenden die Möglichkeit zu Begegnungen und Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen im Speisesaal der Polizeiakademie Hessen wahr. Es waren zum Teil sehr emotionale und bewegende Gespräche, die spürbar machten, wie wichtig dieser vergleichsweise kleine Beitrag im Rahmen der individuellen Trauerarbeit sein kann.

Als Erinnerung an die Gedenkveranstaltung werden den Angehörigen Fotos sowie ein Exemplar der Hessischen Polizeirundschau mit dem Bericht über die Kranzniederlegung übersandt.

Ausdrücklich sind alle hessischen Polizeibeschäftigten zu der jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung willkommen. Persönlich eingeladen werden die nächsten Angehörigen, die Kolleginnen und Kollegen der Dienststelle sowie die vorgesetzten Führungskräfte der Kolleginnen und Kollegen, die verstorben sind.

Bei der Vergegenwärtigung und Verarbeitung des Verlustes eines Menschen kann es ein wichtiges Element sein, den Gefühlen Raum und Zeit geben zu dürfen. Es braucht Zeit, um zu realisieren, was geschehen ist. Es kann den Verlust ein wenig erträglicher machen, zu erinnern, was diesen Menschen ausgemacht hat, der nun körperlich gegangen ist – aber auch zu spüren, dass dieser Mensch ein Teil der Gemeinschaft war und immer bleiben wird.

Melanie Röhl, KOK

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