Werke der Barmherzigkeit

Impulse zur Fastenzeit 2021

Von Aschermittwoch bis Ostern veröffentlichen wir dienstags und freitags Impulse mit dem Leitmotiv „Werke der Barmherzigkeit“. Das Wort „Barmherzigkeit“ ist im heutigen Sprachschatz kaum noch vorhanden. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die „Werke der Barmherzigkeit“ allenfalls im engagierten christlichen Kontext eine Rolle spielen. Wir Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger wollen bis zum Osterfest diese 14 Aspekte des Christseins mit unseren Leserinnen und Lesern bedenken. ...>

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© Bild: Friedbert Simon (Fotografie), Erich Schickling (künstlerischer Entwurf), In: Pfarrbriefservice.de

Das Ende einer Hoffnung

Zwei Männer,
unterwegs von Jerusalem, dem Ort des Unglücks,
nach „Emmaus“, das heute niemand mehr kennt.

Die Idee,
mit Jesus könnte dieses Leben unter Vorherrschaft der Römer
endlich besser werden.

Die Erkenntnis,
dass diese Hoffnung getrogen hat.

Die Bereitschaft,
einem Fremden
von der tiefen Enttäuschung zu berichten.

Die Erfahrung,
diesen Jesus nicht verstanden zu haben.

Die Gewissheit,
beim alltäglichen Abendessen,
diesem Jesus begegnet zu sein.

Der Aufbruch,
allen von dieser Erfahrung zu berichten.

Der Beginn einer tiefen Hoffnung:
Gott ist mit uns auf dem Weg.

Karfreitag (02.04.2021)

Bild: Markus Manigatterer In: Pfarrbriefservice.de

Karfreitag – für manche durch die gesetzliche Feiertagsruhe ein sehr trister Tag. Im Moment fühlt es sich, bedingt durch die Covid 19 Pandemie und den seit Dezember andauernden Lockdown, fast wie ein permanenter Karfreitag an. Einige in dem Johannesevangelium überlieferten letzten sieben Worte Jesu lauten „mich dürstet“. Wonach „dürstet“ es Sie aktuell?

Gefangene erhören (30.03.2021)

Gefangene erhören – das klingt als Werk der Barmherzigkeit für eine*n Polizisten*in zunächst einmal nach eine Widerspruch. Aufgabe der Polizei ist es doch eigentlich, Menschen, die verdächtig sind, etwas getan zu haben, festzunehmen und dann zu verhören. Aber sie stattdessen erhören? Das Grundanliegen eines Gefangenen ist doch oftmals das Freikommen –wie kann man das erhören? Man kann ihn doch nicht einfach erhören und freilassen, denn schließlich ist er ja nicht grundlos verhaftet worden.

Wenn ein Mensch verstirbt, sind wir gefordert, den Hinterbliebenen zu begegnen – manch einer möchte am liebsten ausweichen, ist unsicher oder wird wortkarg bis sprachlos.

Mit dem Tod ist für den Hinterbliebenen ein Lebensabschnitt unweigerlich zu Ende gegangen. Die bis dahin miteinander beschrittene Lebensspur kann nicht mehr in gleicher Weise weiter geführt werden.

Einer habe einen Menschen verloren, sagen wir. Gleichzeitig ist wahrzunehmen, dass der Tod zwei eng verbundene Menschen zwar auf einer äußeren, greifbaren Ebene voneinander separiert, nicht aber in ihrer Liebe abschließend trennen kann. Erinnerungen und Spuren des gemeinsamen Lebens bleiben bestehen und sind ab diesem Zeitpunkt in ein neues, anderes Leben zu integrieren.

Was ist zu tun, wenn der Nachbar viel zu laute Musik hört und sich trotz häufiger Beschwerden nichts ändert? Für viele ein Grund die Polizei anzurufen, damit sie die Person in ihre Schranke weist.

„Den werd ich mal ins Gebet nehmen…“ – diese Redewendung kennen wir aus der Umgangssprache. Unangenehmes, Vorwurfsvolles schwingen da mit. Eindringlich jemandem zuzureden, etwas zu tun oder zu lassen oder auch ihn zu ermahnen.

In diesem Sinne wird sicherlich keiner gern ins Gebet genommen. Aber: jemanden ins Gebet nehmen bedeutet ja auch noch etwas anderes.

Unwissende lehren (19.03.2021)

Bild: Doris Schug in: Pfarrbriefservice.de

Unwissende lehren kann viel Spaß machen. Immer dann, wenn sie mitmachen, wenn sie dabei sind und neues lernen wollen. Wer schon einmal erlebt hat, wie neugierig Kinder sein können und alles, was sie erfahren und erleben, in sich aufsaugen wie ein trockener Schwamm das Wasser, der weiß, was ich meine.

Beleidigern verzeihen (16.03.2021)

Bild: Martha Gahbauer In: Pfarrbriefservice.de

„Die Bullen kommen!“ – Oft eine gebrauchte Aussage von Menschen, die z.B. eine sträfliche Handlung oder zumindest etwas unüberlegtes am Rande der Legalität begehen, und im Begriff sind, das „Weite“ zu suchen. Bei dieser vielmals oberflächlich und unbedacht gebrauchten Aussage handelts es sich aber immer noch um den Tatbestand einer Beleidigung, auch wenn Sie mehr gegen das Kollektiv der Polizei und weniger gegenüber dem Einzelnen geäußert wird. Aber wie ist das, wenn mich jemand persönlich beleidigt?

Was soll ich nur tun…? Sehr oft im Leben stellt sich diese Frage. In einfachen alltäglichen Momenten, aber auch in herausfordernden Einsatzlagen oder im Umgang mit Arbeitskollegen, Bürgerinnen und Bürgern. Manchmal wird man herausgefordert sehr schnell eine Entscheidung zu treffen, weil gar keine Zeit bleibt lange zu überlegen oder sich noch einmal zu besprechen. Wir verlassen uns dabei auf unseren inneren Kompass.

Lastenausgleich (09.03.2021)

Die Situationen, in denen Menschen mir lästig werden, kennt jeder: Ich sitze hochkonzentriert an einer Arbeit oder ich versuche als Moderator in einer großen Runde von Menschen, ein Thema zu bearbeiten oder ich sitze in einem Zug und Mitreisende unterhalten sich laut und niveaulos. Sie selbst können beliebig viele Situationen ergänzen, in denen ihnen Menschen lästig werden.

Ich selbst habe gute Erfahrungen damit gemacht, mich diesen Menschen einmal konzentriert zuzuwenden und ihnen dann aber auch eine Grenze aufzuzeigen. Wenn das gelingt, ist allen geholfen. Wenn es in einem öffentlichen Raum nicht gelingt, muss ich mir tatsächlich einen anderen Sitzplatz suchen.

Nackte bekleiden (05.03.2021)

Ein Neugeborenes rührt in seiner Angewiesenheit und Zartheit an und weckt intensive Gefühle: Glück, Freude, Dankbarkeit, Sorge… Es ist uns ein Bedürfnis, es zu bekleiden und zu beschützen.

Selbst der größte Star von heute kam einst nackt und bloß zur Welt: allein ein Menschenkind - schutz- und fürsorgebedürftig.

In der Paradieserzählung der Bibel heißt es: Mann und Frau waren von ihrem Schöpfer nackt in diese Welt gestellt. Erst als sie vom verbotenen Baum der Erkenntnis gegessen hatten, nahmen sie ihre Nacktheit wahr und empfanden Scham.


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Willkommen auf der Internetseite der Katholischen Polizeiseelsorge in Hessen!

Liebe Damen und Herren,

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Das freut uns sehr!

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Ganz besondere Veranstaltungen

Polizeiwallfahrt nach Rom

Wann?

Beginn: 03.04.2022
Ende: 08.04.2022

Referenten

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  • Stefan Ott

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